Plastikpark

Als größte Grünanlage hat der Park mit Plastiken für die Stadt Leuna eine besondere Bedeutung.

Der Park befindet sich am Rande des Viertels der Direktorenvillen, unweit der Friedenskirche und des Saalehangs.

Die umgangssprachlich „Plastik-Park“ genannte Anlage, verdankt ihren Namen den zahlreichen Skulpturen, die ausgestellt sind.

Geschichte

1860 bis 1870

Auf dem Gebiet, das heute den Plastik-Park beherbergt, befand sich ursprünglich ein Steinbruch für Kalkstein.

Bei Grabungen während dieser Zeit wurden steinzeitliche Gräber entdeckt. Die gefundenen Skelette wiesen die sogenannte Hockerlage auf. Dabei sind die Beine angewinkelt und die Arme über der Brust gekreuzt. Als Grabbeigaben fand man Gefäße und Werkzeuge.

Mit den im Rössener Hügel gefundenen Knochen und Beigaben, führten diese Funde zum Begriff der Rössener Kultur. So wird eine geschichtliche Epoche der mittleren Jungsteinzeit genannt.

1919

Die ältesten Unterlagen, für die ursprünglich als Saalepark bezeichnete Fläche, waren Planzeichnungen.

1922

Die Fertigstellung des Parks erfolgte. 

1939 bis 1945

Während des zweiten Weltkriegs wurden im Park Flakstellungen aufgebaut. Nach Ende des Kriegs dienten die Flächen als Kartoffelacker.

Mitte der 50er Jahre

Der Wiederaufbau des Parks begann. Der Gartenarchitekt Franz Mengel erhielt die ursprüngliche Grundstruktur  und erweiterte den Park um zusätzliche Flächen.

Anfang der 60er Jahre

Die Staatliche Galerie Moritzburg in Halle/Saale nahm Kontakt zu dem Direktorium des Leuna-Werks auf. Ziel war es eine zeitlich begrenzte Ausstellung von Plastiken in den Anlagen des Saaleparks zu organisieren.

11. Juli 1962

Die Sommerausstellung im Park, der von da an Plastik-Park hieß, wurde eröffnet. Dabei wurden Skulpturen verschiedener DDR-Künstler aus den 50er und 60er Jahren gezeigt.

Seit 1963

Die Sommerausstellung wurde zu einer Dauerausstellung.

2008 bis 2012

Eine grundlegende Überarbeitung des Plastik-Parks erfolgte. Dabei wurde das Wegenetz rekonstruiert, die Treppenanlage zum Arm der Saale saniert und ein Kinderspielplatz angelegt. 

Während der Sanierung wurde zudem das botanische Prinzip angepasst. Die Überarbeitung der bestehenden Gehölze und Stauden wurde dabei durch zahlreiche neue Pflanzungen ergänzt.

Im gleichen Zeitraum wurden die ursprünglich geliehenen Skulpturen Schritt für Schritt erworben. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Moritzburg konnten viele restauriert und wieder aufgestellt werden. 

Architektur

Der Park wurde ursprünglich mit rechteckigem Grundriss angelegt. Jeweils drei Längs- und Querachsen teilten ihn in vier barockartige Rasenfelder auf.

Die Rasenflächen waren eingerahmt von Sommerblumen und Buchsbaumhecken. Der Park wurde von einer Hainbuchenhecke und einer Mauer von der Straße abgegrenzt.

Im Zuge der ersten Umgestaltung Mitte der 50er Jahre wurden weitere Flächen hinzugefügt. Der Gartenarchitekt Franz Mengel gestaltete den Pak mit einem Wechselspiel aus weiten und schmalen Gartenräumen. Seine Gestaltung ermöglichte zudem gezielte Ausblicke auf das Flusstal der Saale.

Er betrachtete den Park zudem als botanisches Experiment. Mit dem Ziel, die Auswirkungen der Nähe des Chemiestandortes auf Pflanzen zu beobachten, sorgte er für eine große Artenvielfalt im Park.

Im Rahmen der Ausstellung von Plastiken, durch die Staatliche Galerie Moritzburg in Halle/Saale, wurden zahlreiche Skulpturen im Park aufgestellt.

Die Grundthemen, der in den 50er und 60er Jahren angefertigten Kunstwerke, erstrecken sich dabei auf Antifaschismus, den Arbeiter- und Bauernstaat und die Schönheit des Menschen.

Im Zuge einer umfangreichen Sanierung zwischen 2008 und 2012 wurde der Park erneut umgestaltet.

Durch die Rekonstruktion des Wegenetzes wurde gewährleistet, dass das Betreten der gesamten Anlage möglich ist.

Die zwischenzeitlich zu Sportflächen umfunktionierten Teile wurden wieder zu Parkflächen umgestaltet. Zudem wurden die bestehenden Sichtachsen des Parks wieder hergestellt.

Mit dem Bau eines Kinderspielplatzes und der Anpassung des botanischen Konzepts, wurde der Park zu einem Kleinod der Stadt geformt.

Neu eingesetzte Weiden, Hainbuchen und Hecken, sowie weißblühendes Immergrün und neue Rosensorten sorgen für farbige Reize.

Ein Tulpenbaum im Zentrum des Parks, der Zöschener Ahorn sowie Zieräpfel und -kirschen erweitern inzwischen die Pflanzenvielfalt.