Verlegung Stolpersteine am 25.10.2017

Erinnerung an Kinderopfer der Zwangsarbeit

Im Rahmen des „Erinnerungssommers 2017“ der deutsch-ukrainischen Jugendbegegnung lud die Geschichtswerkstatt Merseburg-Saalekreis e. V. Ende Oktober 9 Jugendliche aus der Ukraine nach Deutschland ein. Während der Projekttage besuchten die jungen Gäste Schulen in der Region, den Landtag von Sachsen-Anhalt und verschiedene Gedenkstätten.

Am 25.10.2017 wurde im Beisein von Kommunal- und Landespolitikern der Kopfstein für eine Serie von 15 Personalsteinen gelegt. Zu den Gästen gehörte auch eine Schülergruppe aus der Ukraine.

Diese Steine sind verstorbenen Kindern ausländischer Zwangsarbeiterinnen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges gewidmet.

Die meisten von ihnen wurden in Zwangsarbeiterlagern zur  Welt gebracht und lebten aufgrund der schlechten medizinischen Betreuung nur wenige Tage. Angaben zu ihrer Geburt und Tod sind in den Standesämtern von Leuna und Bad Dürrenberg überliefert.

Eine Projektgruppe von Auszubildenden der BBS II Leuna beschäftigt sich in den nächsten Monaten mit dem Schicksal dieser Kinder und ihrer Mütter. Sie werden dabei vom ukrainischen Bufdi Lina Navrotska unterstützt. In der letzten Woche des Schuljahres 2017/18 wird neben dem Kopfstein für jedes verstorbene Zwangsarbeiterkind ein Personalstein eingesetzt.

Nach dem Einsetzen des Kopfsteines besuchten alle Gäste das Stadtarchiv Leuna. Im Anschluss an die Archivführung erfolgte der methodische Einführungsvortrag für die Projektgruppe BBS II Leuna im Beisein aller Interessierter.

 

Text: Dr. Ralf Schade und Redaktion Stadtanzeiger
Fotos: Redaktion Stadtanzeiger

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