Zöschen

Etwa 1000 Einwohner leben in der Ortschaft Zöschen. Seit dem 1. Januar 2010 gehören sie zur Stadt Leuna.

Die alte Salzstraße, über die Salz von Halle nach Leipzig transportiert wurde, prägte den Ort schon früh. Wie damals fahren auch heute, dank der Bundesstraße 181, viele Menschen durch Zöschen.

Geschichte

1269

Zöschen wurde erstmals urkundlich erwähnt. Es gilt jedoch als deutlich älter. Darauf weisen auch die altsorbischen Sprachwurzeln im Namen des Ortes hin. Der ursprüngliche Name „Zseseme“ bedeutet dabei „der in diesem Land Wohnende, der Hiesige“.

1440 bis 1819

Einer von drei Stämmen des Adelsgeschlechts von Brandstein, der Zweig Wernburg-Zöschen, hatte seinen Sitz in Zöschen.

1618 bis 1648

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Ort fast vollständig zerstört.

1711, 1747 und 1750

Bei großen Bränden in diesen drei Jahren gingen erneut zahlreiche Häuser verloren.

1813 bis 1815

Im Zuge der Befreiungskriege diente Zöschen als Durchmarschort zur Völkerschlacht bei Leipzig. Dabei schlugen Soldaten aller Fraktionen zeitweise ihre Zelte im Ort auf.

1833

Luise Friederike Dieck, einzige Tochter der Familie, wurde ermordet. Der Täter, der aus Liebe gehandelt haben soll, schrieb im Gefängnis das Gedicht "Geduldig trag ich alle meine Leiden". Dieses wurde später als Volkslied mit dem Titel "Lied von der Franzosenbraut" vertont.

August 1944 bis April 1945

Ein Arbeitserziehungslager wurde errichtet. Die Gefangenen wurden täglich nach Leuna transportiert, um Bombenschäden zu beseitigen.

Bis zur Befreiung des Lagers durch amerikanische Truppen waren etwa 1500 Menschen inhaftiert. Mehr als 500 Gefangene verloren ihr Leben während dieser Zeit.

Heute erinnert ein Ehrenfriedhof mit Gedenkstein an die Opfer. Jedes Jahr sammeln sich an diesem Ort viele Einwohner und Gäste im stillen Gedenken.

Besonderheiten

Der Radweg auf den Spuren der alten Salzstraße führt von Merseburg über Zöschen nach Leipzig. Entlang der Strecke bietet sich dem Besucher ein besonderer Eindruck der natürlichen Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt.

Das traditionelle Kuchenessen findet jedes Jahr zwei Wochen nach Pfingsten statt. Von Freitag bis Sonntag wird dabei mit zahlreichen Höhepunkten aufgewartet.

Mit Wurzeln die tief ins 18. Jahrhundert zurückreichen, zählt es zu den ältesten Heimatfesten der Region.

Nach einem bunten Festumzug durch den Ort endet die Veranstaltung am Sonntag beim gemeinsamen Essen von Kuchen. Dabei werden von den örtlichen Hobbybäckern weit über 100 Kuchen angeboten.

Kontakt

Frau Andrea Engelmann
Ortsbürgermeisterin
Fasanerie 21a
06237 Leuna OT Zöschen
  • 0151 14559145

Sprechzeiten:

nach Vereinbarung