Kirche in Friedensdorf

[(c): Christian Butzkies]

Versteckt hinter einer Bahnlinie ist Friedensdorf von der Bundesstraße 181 kaum zu erkennen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man auch die evangelische Kirche im Ort.

An der Stelle der ursprünglichen Kapelle aus dem Mittelalter, steht seit dem 18. Jahrhundert ein neues Kirchengebäude.

Geschichte

1427

Die Kapelle St. Mariae Magdalenae wurde urkundlich erwähnt.

1544

Im Zuge der Reformation wurde die Gemeinde in Friedensdorf evangelisch. Bei einer Kirchenvisite im gleichen Jahr wurde sie mit der Gemeinde Wallendorf vereinigt.

1567

Katharina von Kostitz verstarb. Sie wurde auf dem Friedhof in Friedensdorf beigesetzt. Ein entsprechendes Grabmal hinter dem Altar ist noch heute auffindbar.

1604

Die Kirche erhielt eine Glocke. Diese wurde vom Hallenser Glockengießer Lorenz Richter gegossen.

1634

Der Nordhäuser Orgelbaumeister Johann Friedrich Vetter baute eine Orgel ein.

1668

Wilhelm Dietrich von der Ölschnitz ließ den Kirchturm erneuern.

1738

Die alte Kirche wurde durch einen Neubau am gleichen Standort ersetzt. Im Folgejahr wurde dieser geweiht.

1870

Eine neue Orgel wurde angeschafft.

15. April 1945

Das Kirchgengebäude wurde von deutscher Flak schwer beschädigt. Bei der anschließenden Reparatur wurde dem Turm eine neue Haube aufgesetzt. Diese stammte von der Kirche in Naundorf. Der Ort Naundorf wurde im Zuge des Braunkohleabbaus im Geiseltal ab 1954 abgebaggert.

1952 bis 1953

Der Innenraum wurde erneuert. Die Kirche erhielt elektrisches Licht und einen elektrischen Orgelantrieb.

Architektur

Die Kirche in Friedensdorf wurde 1738 im barocken Stil errichtet. Es handelt sich um eine rechteckige Saalkirche. Der Turm ist in der Basis quadratisch. Auf Höhe des Dachfirsts des Kirchenschiffs geht der Turm in eine achteckige Grundform über.

Der Turm wird von einer geschwungenen Haube mit geschlossener Laterne bedeckt. Diese ist mit schwarzem Schiefer gedeckt.

Ein Tonnengewölbe schließt das Kirchenschiff nach oben ab. Das Tonnengewölbe zeichnet sich durch zwei gleichlange und parallele Widerlager aus. Das Widerlager bezeichnet den Übergang der Deckenkonstruktion zur Seitenwand. Der Scheitel des Gewölbes ist genau so lang wie die Widerlager, so dass die namensgebende Tonnenform entsteht.

Das Gewölbe der Kirche in Friedensdorf besteht aus Holz und ist verputzt.

Der Innenraum beherbergt eine Hufeisenempore und einen Kanzelaltar. Hinter dem Altar befindet sich das Grabmal der 1567 verstorbenen Katharina von Kostitz.

Heutige Nutzung

Bei regelmäßigen Gottesdiensten und abgesprochenen Führungen ist ein Zugang möglich.