Friedenskirche

[(c): Christian Butzkies]

Die evangelische Friedenskirche ist einer der größten Kirchenbauten in Leuna. In der Nähe des Saalehangs gelegen, ist der kantige Bau schon von weitem sichtbar und prägt die Silhouette des Kernstadtbereichs.

Das angeschlossene Gemeindehaus bietet Platz für viele Veranstaltungen. Damit stellt sie eines der Hauptzentren der Kirchengemeinde dar.

Geschichte

1929

Mit dem Bau des Leuna-Werks kamen zahlreiche Menschen nach Leuna. Die bereits bestehenden evangelischen Kirchen boten nicht mehr genug Platz. So wurde mit dem Bau der neuen Stadtkirche begonnen.

1930

Vor der Weihung der Kirche wurde ein passender Name gesucht. Die Wahl fiel auf den Namen „Friedenskirche“. Dieser Name sollte auch als Kontrast zu den bereits aufflammenden Stimmen des nationalsozialistischen Regimes dienen.

1937

Das zugehörige Gemeindehaus wurde an die Gemeinde übergeben. Neben den Dienstwohnungen für kirchliche Mitarbeiter, fanden sich dort auch die Gemeinderäume.

April 1945

Die Friedenskirche wurde, bei Bombenangriffen auf Leuna, beschädigt. Die Schäden wurden nach dem Ende des Kriegs beseitigt.

1954

Während des zweiten Weltkriegs wurden die Glocken eingeschmolzen. Erst in diesem Jahr wurden sie ersetzt.

Nach 1990

Eine aufwendige Sanierung des Innenraums erfolgte. Dabei wurden die bunten Glasfenster durch weiße Glasfenster ersetzt

Architektur

Der Komplex der Friedenskirche umfasst neben dem Gotteshaus auch das angrenzende Gemeindehaus.

Das Gebäude wurde, wie auch die katholische Christkönigkirche, im Stil der Architekturbewegung „neues Bauen“ gestaltet.

Eine sachliche und schlichte Bauweise ist kennzeichnend für dieses Prinzip. Die wohl bekannteste Strömungsrichtung dieses Stils ist das Bauhaus.

Die wuchtige Form des kantigen Baus wird unterstützt durch ein Mauerwerk aus Kalkstein.

Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die Verwendung von Kupfer für die Abdeckung des Kirchendachs. Dieser führt, als Ergebnis seiner Verwitterung, zur auffälligen grünen Färbung des Daches von Kirchenschiff und Turm.

Der fast 36 Meter hohe Turm überragt die übrigen Gebäude der Stadt Leuna und ist schon von weitem sichtbar.

Hohe weiße Wände prägen den Innenraum des Kirchenschiffs. Die ehemals bunten Glasfenster wurden, im Zuge einer aufwändigen Sanierung, nach der Wende durch weiße Glasfenster ersetzt.

Die Wand hinter dem Altar wird durch ein vollflächiges Mosaik bedeckt. Dieses wurde vom Stuttgarter Maler Emil Glückner entworfen. Es zeigt den Kontrast von Tod und Auferstehung, von Krieg und Frieden. Zahlreiche Bildelemente umrahmen ein großes Kreuz. Im Querbalken ist der Schriftzug „Friede sei mit euch“ das Zentrum des Mosaiks.

Heutige Nutzung

Das Gebäude der Friedenskirche gehört zum Kirchspiel Leuna. Bei regelmäßigen Gottesdiensten und abgesprochenen Führungen ist ein Zugang möglich.

Der jährliche Weihnachtsgottesdienst am 24. Dezember mit dem Krippenspiel der Kindergruppen ist nur eines der Highlights des Veranstaltungskalenders.

Im angrenzenden Gemeindehaus finden zahlreiche Gemeindeveranstaltungen statt. Neben den Treffen für Gemeindemitglieder von jung bis alt, finden auch regelmäßige Treffen von Gruppen mit musikalischem Hintergrund statt.